Bestand


Der Bestand der Sammlung Frauennachlässe wird durch neue Übergaben oder durch Nachträge zu bereits übernommenen Vor- und Nachlässen ständig erweitert.

Mit den Übergeberinnen und Übergebern der Vor- und Nachlässe werden Übergabeverträge abgeschlossen, die den Datenschutz gewährleisten und gleichzeitig eine zukünftige wissenschaftliche Auswertung der archivierten Materialien sicherstellen.


Angaben zum Bestand

 

Derzeit (2022) setzt sich der Bestand folgendermaßen zusammen:

  • Archiviert sind die Vor- und Nachlässe von 469 Personen (428 Frauen, 41 Männer) sowie der Nachlass des historischen sozialen Vereins "Wiener Settlement".

Die Vor- und Nachlässe werden nach dem "Provenienzssystem" aufgenommen. Beschreibungen von jedem Vor- und Nachlass können im Online-Verbundkatalog "Meta" recherchiert werden. Weitere Informationen dazu finden Sie unter dem Menüpunkt "Benutzung"...

Daneben sind die Bestände nach Genres in einem Dokumentenregister sowie in einem Ortsregister verzeichnet:


Genres

 

Dokumenten-Register als PDF (Stand 2022)

Das früheste derzeit archivierte (amtliche) Dokument ist mit dem Jahr 1738 datiert, das älteste Selbstzeugnis ist eine Familienchronik mit Einträge aus den Jahren von 1771 bis 1794. Die jüngsten Archivalien sind wirtschaftliche Haushaltsaufzeichnungen, die bis 2018 reichen.

Insgesamt sind derzeit verzeichnet:

  • 1.751 Bände Tagebücher und tagebuchähnliche Aufzeichnungen
  • 1.185 weitere Dokumente in Buchform: Kalender, Haushaltsbücher, Poesiealben u.ä.
  • ca. 74.430 Korrespondenzschriftstücke
  • ca. 6.450 amtliche und geschäftliche Dokumente, Ausweise u.ä.
  • ca. 2.890 Dokumente zu Schul-, Universitäts- und Berufslaufbahnen
  • 6 Bestände mit Dokumentationen von frauenbewegtem/feministischen Engagement
  • 270 autobiografische Texte (insgesamt ca. 10.200 Seiten)
  • ca. 89.760 Fotografien, zum Teil in 451 Fotoalben
  • 14 literarische (Teil)Nachlässe
  • 155 Nachlässe enthalten neben den Dokumenten auch verschiedene Gegenstände155 Vor- oder Nachlässe enthalten neben den Dokumenten auch verschiedene Gegenstände wie Orden oder Abzeichen, so genannte "Judensterne", Handarbeitsproben, Kinderschuhe, Schatullen, Schmuckschleifen, Koffer, Handtaschen u. ä. 73 zudem Gedrucktes. Darunter sind 105 Gebetsbücher.

Orte

 

Orts-Register als PDF (Stand 2022)

Hier konnten bisher insgesamt 1.568 Orte namentlich identifiziert werden, an denen zumindest ein Dokument geschrieben oder eine Fotografie aufgenommen worden ist:

  • 476 Orte davon liegen auf dem Gebiet des heutigen Österreich.

  • 980 Orte liegen in 41 (aktuell bestehenden) Staaten in Europa; 264 davon in Deutschland.

  • 154 Orte liegen in 67 Staaten außerhalb Europas.


Formen der Übergaben

 

Bezogen auf jene Personen, die die Archivalien übergeben haben, setzt sich der Bestand folgendermaßen zusammen:

  • 297 Bestände sind Nachlässe.

  • 66 Bestände sind Vorlässe, also selbst verfasste Selbstzeugnisse oder Dokumentationen.

  • 81 Bestände sind „Sammlungen“, die von Personen übergeben wurden, die mit den in den Quellen dokumentierten Menschen in keiner persönlichen Beziehung standen.


Galerie

 

Exemplarische Einblicke in die Vielfalt der Bestände bietet unter unterschiedlichen Gesichtspunkten der Menüpunkt Menüpunkt "Galerie"...

Die Bestände der Sammlung Frauennachlässe sind - wie auch jene aller anderen Sammlungs- und Archiveinrichtungen - nicht gänzlich online verfügbar. Grund dafür sind einerseits Daten- und Urheber:innenrechtsgründe - sowie andererseits Kapazitätsgründe. Ein differenzierter Kommentar zu der Diskussion der Digitalisierung wurde u.a. auf dem Weblog "Archives @ Pama" veröffentlicht (Web).


Sammelschwerpunkte

 

Mit dem Interesse an Selbstzeugnissen von Frauen, die nicht einer bestimmten Berufs- oder Personengruppe angehörten, hat die Sammlung Frauennachlässe im europäischen Raum ein Alleinstellungsmerkmal inne. Die Schreiber:innen waren Mädchen und Frauen aus unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen ebenso wie ihre Familienangehörigen oder Freund:innen.

Durch den dezidiert offenen Sammelfokus in Bezug auf die Genres dokumentiert die SFN zudem insbesondere die Vielfalt auto/biografischer Formate.

Inhaltliche Sammelschwerpunkte waren bisher die folgenden:

  • "Paarkorrespondenzen des 19. und 20. Jahrhundert", die im Kontext des gleichnamigen Forschungsprojekts (Web) seit 2010 ausgewertet worden sind.
  • Ein bisheriger Sammelschwerpunkt war auch das Thema "Migration".
  • Das Thema "Sprache und Erinnerung in Frauentagebücher des 20. Jahrhunderts" war ein Schwerpunkt der von 2006 bis 2012 laufenden "Forschungsplattform Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte im veränderten europäischen Kontext", deren Teil die Sammlung Frauennachlässe war.

Forschungsliteratur

 

Die Sammlung Frauennachässe sammelt auch fachspezifische Literatur zu feministischer Auto/Biographieforschung zu den Themen Auto/Biographieforschung, Brief/Feldpostforschung, Fotografiegeschichte/-theorie und Tagebuchforschung sowie Editionen von Selbstzeugnissen von Frauen, Reviews und Konferenzberichte.

Die Literaturlisten finden Sie im Menüpunkt "Bibliothek"...


Bibliographie unveröffentlichter Tagebücher von Frauen in Wiener Archiven

 

In der Sammlung Frauennachlässe wurde 2012 ein von der MA57 der Stadt Wien Frauenförderung und Koordination von Frauenangelegenheiten finanziertes Bibliographieprojekt durchgeführt. Recherchiert wurden dabei unveröffentlichte Tagebücher von Wiener Frauen in sechs Wiener Archiven.

In diesen sechs verschiedenen Archiven konnten 116 Nach- und Vorlassbestände recherchiert werden, die Tagebücher oder tagebuchähnliche Aufzeichnungen von Frauen enthalten. Weiterlesen im Menüpunkt "Bibliographie"...


Kooperation

 

Zahlreiche Bestände der Sammlung Frauennachlässe enthalten auch retrospektiv verfasste autobiografische Lebenserzählungen.

Hier kooperieren wir mit der "Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen" (Link) am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien.