Aktuelles


Zum Sommer 2022

Zwei Freundinnen der Wienerin Therese Lindenberg mit der aktuellen Bademode um 1910. Weiteres zu den beiden jungen Frauen ist nicht bekannt. (Beschreibung von dem Nachlass im Onlinekatalog)



Vorträge

  • Christa Hämmerle: Werkstattgespräch im Rahmen der Filmvorführung "Anna Berndl (1901-1996) erzählt", 23.09.2022, Neupölla (PDF) | (Web)

Eine Auswahl aller bisherigen Vorträge finden Sie hier ...

Alle bisherigen "Tea Hours der Sammlung Frauennachlässe" finden sie hier ...


Soeben ist erschienen 

  • Christa Hämmerle: "Un homme rude, un guerrier indompté"? Masculinité(s) hégémonique(s) sous le national-socialisme - une étude de cas, in: Partick Farges und Elissa Mailänder (Hg.): Marcher au pas et trébucher. Masculinités allemandes à l'épreuve du nazisme et de la guerre, Villeneuve d'Ascq 2022, S. 73-96. (Link zur Verlagsbeschreibung - und zum Coverbild aus dem Bestand der Sammlung Frauennachlässe)
  • Anna Leyrer: Finstere Zeiten. Freund:innenschaft und Mütterlichkeit nach 1945, in: Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichichte 78/2022 (hg. von Elisa Heinrich und Mirjam Höfer), S 40-55.
  • Elissa Mailänder: "Schreiben in alle Windrichtungen und warten auf Post." Zur materiellen Hermeneutik von Briefen und Fotografien als Erinnerungsobjekte der RAD-Generation (1939-2022), in: L'Homme. Europäische Zeitschrfit für Feministische Geschichtswissenschaft, 33/2022/1, S 83-106.
  • Li Gerhalter: "Die Wienerinnen laufen bei helllichtem Tage in Hosen herum." Ein intersektionaler Blick in die Bestände von Selbstzeugnissammlungen, in: Susanne Blumesberger, Li Gerhalter und Lydia Jammernegg (Hg.): Archiv-, Bibliotheks- und Dokumentationspolitiken. Frauen*- und genderspezifische Zugänge (Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 75/2022/1), S 145-166 (Web) | (PDF)
  • Lisa Kirchner: Schreiben und Schweigen über Gewalt im Zweiten Weltkrieg, auf: fernetzt Blog (01/2022) (Link zum Weblog)
  • Veronika Siegmund (Hg.): Kinderlandverschickt. Schulkinder im Ausnahmezustand (1943-1945) (Band 70 der Reihe "Damit es nicht verloren geht ..."), Wien/Weimar/Köln 2022. (Link zur Verlagsbeschreibung - und zum Coverbild aus dem Bestand der Sammlung Frauennachlässe)

Alle Veröffentlichungen (auch) auf der Basis von Quellen aus der Sammlung Frauennachlässe finden Sie hier ...


Galerie

Im Menüpunkt "Galerie" finden Sie eine Zusammenstellung der verschiedenen Online-Formate, in denen seit 2002 Quellen aus der Sammlung Frauennachlässe im Internet zugänglich gemacht worden sind.

Hier finden Sie u.a. die Edition "Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen", die als Weblog von 2014 bis 2019 veröffentlicht wurde. Enthalten sind hier 226 Einträge aus Tagebüchern und 220 aus Korrespondenzstücken aus 20 verschiedenen Beständen der Sammlung Frauennachlässe. Link zur Galerie ...


Aktuelle Bestandszahlen

Der Bestand der Sammlung Frauennachlässe wird durch neue Vor- und Nachlässe sowie auch durch Nachreichungen laufend erweitert. Die regelmäßig durchgeführte Erhebung der exakten Zahlen der hier dokumentierten Selbszteugnisse hat im Sommer 2022 folgende Zahlen ergeben ...

Soeben aktualisiert wurden auch wieder das Orts-Register als PDF (Stand 2022) und das Dokumenten-Register als PDF (Stand 2022).

Weitere Informationen zu den Recherchemöglichkeiten im Bestand der Sammlung Frauennachlässe sowie zu dessen Benützung finden Sie hier ...


Öffnungszeiten Sommer 2022

Informationen zum Kontakt finden Sie hier ...

Informationen zu den Beständen der Sammlung Frauennachlässe können online recherchiert werden. Hinweise zu den Recherchemöglichkeiten und den Benützungsbedingungen - insbesondere in der aktuellen Covid-19-Situation - finden Sie hier ...


Ausstellungen

Informationen zu allen bisherigen Ausstellungensbeteiligungen finden Sie hier ...

  • Die umfangreiche Web-Ausstellung "Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie" ist weiterhin im Internet zugänglich (Link).


Lehrveranstaltungen

Im Studienjahr 2021/22 wurden und werden Quellen aus der Sammlung Frauennachlässe u.a. in den folgenden Universitäts-Lehrveranstaltung verwendet:

  • Forschungsseminar "Einen Nachlass erforschen. Drei Generationen einer bürgerlichen Familie in Selbstzeugnissen (19./20. Jahrhundert)" im SoSe 2022, Christa Hämmerle (Institut für Geschichte der Univ. Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Kurs "Geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken und Archivkunde: Geschichte der Sexualitäten im Europa seit dem 19. Jahrhundert" im SoSe 2022, Nora Lehner (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Univ. Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Übung "Quellengattungen, qualitative und quantitative Methoden": "Konsum" im SoSe 2022, Mario Keller (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Univ. Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Kurs "Geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken und Archivkunde": "Migrationsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert" im SoSe 2022, Julia Anna Schranz (Fakultätszentrum für transdisziplinäre historisch-kulturwissenschaftliche Studien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Übung "Historische Methoden": "Forschen mit Selbstzeugnissen" im WiSe 2021/22, Li Gerhalter (Institut für Europäische Ethnologie der Univ. Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Seminar "Selbsttechnologien - Konstellationen der Arbeit am Selbst im 20. und 21. Jahrhundert" im SoSe 2021, Renée Winter (Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Forschungsseminar "Microhistory of the Holocaust" im SoSe 2021, Michaela Raggam-Plesch (Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Forschungsseminar "Soziopolitische Transformation und Geschlecht" im SoSe 2021, Gabriella Hauch (Institut für Geschichte der Universität Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

  • Kurs "Geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken und Archivkunde" im SoSe 2021, Doreen Blake (Institut für Geschichte der Universität Wien) (Vorlesungsverzeichnis)

Weitere Lehrveranstaltungen finden Sie hier ...


Netzwerke 

Die Vernetzung mit ähnlichen europäischen Sammlungen und Archiven ist ein ausgesprochenes Ziel der Sammlung Frauennachlässe. In welchen Netzwerken sie Mitglied ist, finden Sie hier ...

Eine Aufstellung der Webseiten von anderen Sammlungen und Archiveinrichtungen finden Sie hier ...


Dissertationen, Diplom- und Masterarbeiten

Alle abgeschlossenen und laufenden Diplom-/Masterarbeits- und Dissertationsprojekte (auch) auf der Basis von Quellen aus der Sammlung Frauennachlässe finden Sie hier ...

Angaben zu den von Benutzer:innen gewonnenen Preisen finden Sie hier ...


Radio- und Fernsehberichte oder -sendungen

Alle Radio- und Fernsehbeiträge über die Arbeit der Sammlung Frauennachlässe, zum Teil auch zum Nachhören oder -sehen, finden Sie hier ...


Medienberichte

Alle mediale Berichte über die Arbeit der Sammlung Frauennachlässe, oder über einzelne Forschungsprojekte, die im Print oder online erschienen sind, finden Sie hier ...


Monografien und Sammelbände

Die folgenden Monografien und Sammelbände bauen (hauptsächlich) auf der Grundlage von Quellen aus der Sammlung Frauennachlässe auf.

Alle Veröffentlichungen (auch) auf der Basis von Quellen aus der Sammlung Frauennachlässe finden Sie hier ...

 

 

Tagebücher werden seit 1800 wissenschaftlich ausgewertet. Wiederholt ist das in den Anfangsphasen neuer Fächer zu beobachten. Die Absichten der Forscher:innen waren dabei jeweils unterschiedlich: Die Kleinkinderforschung des 19. Jahrhunderts und die Jugendpsychologie ab 1920 haben maßgebende Thesen über ›Normalverläufe‹ der menschlichen Entwicklung auf Selbstzeugnissen aufgebaut. Die Alltags-, die Sozial- und die Frauengeschichte suchten darin ab den 1980er-Jahren Spuren individueller Lebensgeschichten. Seither sind umfangreiche Sammlungen entstanden, die heute eine ausdifferenzierte Auto/Biografieforschung ermöglichen. Li Gerhalter nimmt als Akteur:innen dieser vielseitigen Geschichte neben Wissenschafter:innen und Sammler:innen auch jene Personen in den Blick, die Tagebücher zur Verfügung gestellt haben. Mit diesem Buch über die facettenreiche Tagebuchforschung gibt sie Einblicke in zeitgebundene Forschungspraktiken.

In 1911, Thekla E. Scholz migrated at the age of 23 from her rural village in Upper Silesia to work as a maid in the United States. She and her husband Robert J. Kiefer, an itinerate cabinet maker and musician, settled in Kansas City after he served in the German Army during the First World War. Thanks to Thekla Scholz’s lifelong habit of preserving holy cards, letters, photographs, and postcards, scholars can study her migration and subsequent life in Missouri as well as the ongoing challenges faced by her family and friends in both countries.

In 2020, the Robert J. Kiefer and Thekla E. Scholz Collection became the primary focus of a collaborative international online research seminar and project involving four faculty members and more than thirty graduate students in art history, ethnography, history, and public history from the Universities of Hamburg, Vienna, Wroclaw, Missouri-Kansas City and -St. Louis. German Migration to Missouri 2.0 consists of student-authored microhistories focusing on this one German-American family. It offers rare glimpses into the experience of German-American migration and acculturation through the lens of a fascinating working-class woman.

Mit Beiträgen von: Andrew S. Bergerson, Li Gerhalter und Thorsten Logge; Katharina Burgstaller-Mühlbacher, Tim Finke, Zoe Honeck and Maymouna Tine-Lehmann; Emily Bucher, Linda Goldnagl, Saskia Pacher and Christopher Steinbiss; Kathleen Foster, Alexandra E. Impris, Gary C. Sharp and Bob Swearengin; Karen Johnson, Maria Prchal, Maren Sacherer and Zehua Yin; Orhan Akkaya, Alexandra Kern, Barbara Tobler and Michele Valentine.

In den Jahrzehnten um 1900 erfuhr der Alltag großer Bevölkerungsteile tiefgreifende Veränderungen. Sie betrafen die Arbeit genauso wie den Konsum. Anhand von rund einhundert Tagebüchern aus dem deutschsprachigen Raum untersucht Peter-Paul Bänziger, wie die Menschen ihren Alltag wahrnahmen. In ihren Augen sollte das Leben vor allem Spaß machen und Abwechslung bringen - in der Freizeit genauso wie am Arbeitsplatz. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen wollte man eine gute Zeit verbringen. Nur noch eine untergeordnete Rolle spielte hingegen der bürgerliche Wert einer allgemeinen Arbeitsamkeit, von dem so viele Tagebücher des 19. Jahrhunderts geprägt waren. In der Freizeit stand die Intensität des Moments im Zentrum. Man suchte angenehme Unterhaltungen, keine wertvollen Kunstgenüsse. Bänziger folgt der Geschichte dieser modernen Erlebnisorientierung. Er gewährt Einblicke in das Denken, Handeln und Fühlen von Menschen aus den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und bringt so die »kleinen« historischen Akteurinnen und Akteure ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

  • Andrea Althaus: Vom Glück in der Schweiz? Weibliche Arbeitsmigration aus Deutschland und Österreich (1920-1965), Frankfurt a. M. 2017.
  • Link zur Verlagsankündigung

Bis weit in die 1960er-Jahre hinein stammte ein Großteil der weiblichen Haus- und Gastgewerbsangestellten in der Schweiz aus Deutschland und Österreich. Anhand lebensgeschichtlicher Erzählungen untersucht Andrea Althaus die Deutungen der Arbeitsund Lebenserfahrungen dieser Migrantinnen. In ihrer gendersensiblen Analyse der weiblichen Arbeitsmigration eröffnet sie zugleich einen neuen Blick auf die schweizerische Migrationspolitik und Überfremdungsdiskurse im 20. Jahrhundert.

  • Vida Bakondy: Montagen der Vergangenheit Flucht, Exil und Holocaust in den Fotoalben der Wiener Hakoah-Schwimmerin Fritzi Löwy (1910-1994), Göttingen 2017.
  • Link zur Verlagsankündigung

Mitte der 1990er Jahre tauchten auf einem Flohmarkt bei Wien Fotoalben und ein paar lose Albumblätter auf, die aus dem Besitz der österreichischen Schwimmlegende Fritzi Löwy (1910-1994) stammten. Jene zwei Alben, die Löwy nach ihrer Rückkehr aus dem Exil erstellt hatte, stehen im Mittelpunkt des Buches. Sie sind der Erinnerung an ihre eigene Flucht vor der NS-Verfolgung sowie dem Gedenken an Familienmitglieder, Freunde und Freundinnen gewidmet, die im Holocaust ermordet wurden oder im Exil über die ganze Welt verstreut waren.

Die Historikerin Vida Bakondy diskutiert Potenziale und Grenzen von Fotoalben als historische und biografische Quellen sowie als spezifisches Erinnerungsmedium – mit dem Fokus auf Fragen zur Darstellung von Holocaust und Exil. Löwys Alben eröffnen nicht nur eine neue, sehr persönliche biographische Perspektive auf den einstigen Schwimmstar der Wiener Hakoah, sondern sie schaffen auch neue Erzählungen im Bereich des (visuellen) Gedächtnisses über NS-Verfolgung und Holocaust in Österreich.

  • Ingrid Bauer und Christa Hämmerle (Hg.): Liebe schreiben. Paarkorrespondenzen im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts, Göttingen 2017.
  • Link zur Verlagsankündigung

Mit Beiträgen von Barbara Asen, Ingrid Bauer, Christa Hämmerle, Ines Rebhan-Glück, Brigitte Semanek und Nina Verheyen.

Im ›Zeitalter der Briefe‹ spielte das Korrespondieren eine bedeutungsvolle Rolle, um Liebesbeziehungen anzubahnen, zu vertiefen und eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Dabei formulierten die Schreibenden immer auch Erwartungen und Wunschbilder an das jeweilige Gegenüber und verhandelten Konzepte von Liebe und Ehe. Das macht Paarkorrespondenzen zu spannenden und aussagekräftigen Quellen, um eine Geschichte der Liebe, der Geschlechterbeziehungen und des ›privaten‹ Schreibens in der Moderne neu zu erschließen. Wie prägten sich wandelnde historische Kontexte dieses (Über) Liebe schreiben? Waren die in vielen Anleitungsbüchern empfohlenen Modelle ›des Liebesbriefs‹ oder die kulturelle Leitidee der romantischen Liebe in verschiedenen sozialen Milieus tatsächlich maßgeblich? Und welche Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit wurden in den Briefen figuriert?

In diesem aus einem österreichischen Forschungsprojekt entstandenen Bandes gehen Historikerinnen solchen Fragen für das 19. und 20. Jahrhundert auf der Basis umfangreicher popularer Paarkorrespondenzen nach. Bisherige kulturwissenschaftliche Studien zum ›Liebesbrief‹ werden um historische Dimensionen vielschichtig erweitert. Etwa bezogen auf Gefühlspraktiken werbender Männer in den 1860/70er Jahren oder auf bürgerliche Paare vor dem Hintergrund der Frauenbewegungen um 1900. Mit Korrespondenzen aus den 1920er Jahren kommt die Irritation bürgerlicher Geschlechter- und Ehenormen durch kameradschaftliche Modelle in den Blick. In den Briefquellen aus den experimentierfreudigen Nach-1968er Jahren wird die Transformation konventioneller Lebensentwürfe von ihrer intimen Innenseite her ausgelotet. Andere Beiträge behandeln den Wandel der Sprache des Sexuellen oder die Zeit der beiden Weltkriege in Hinblick auf kriegsspezifische ›Gefühlsregime‹ und Liebe im Kontext des nationalsozialistischen ›Vernichtungskrieges‹. Oder sie stellen die Frage nach dem Paar und seiner Vernetzung im familiären und sozialen Umfeld.

  • Kreisky Archiv, Heidi Niederkofler und Elke Rajal (Hg.): HILFE! Armut in der Vorstadt. Ottakringer Notstandssiedlung & Wiener Settlement. Begleitbuch zur Ausstellung, Wien 2016.
  • Online-Version der Publikation (PDF)

Das Buch beschäftigte sich mit dem 1901 gegründeten Sozialverein Wiener Settlement und der 1911 entstandenen Ottakringer Barackensiedlung. Anhand dieser beiden Institutionen wurden die historischen Umgestaltungsprozesse im städtischen Raum untersucht und mit aktuellen Entwicklungen in Zusammenhang gebracht.

Von Herbst 2014 bis Sommer 2016 forschte die Klasse 5C des GRG Maroltingergasse gemeinsam mit der projektleitenden Institution Kreisky-Archiv im Rahmen des Projekts „Melting Pot!?“ an dem Thema. Kooperationspartner:innen waren das Bezirksmuseum Ottakring und die Sammlung Frauennachlässe. Hier wird der von Elisabeth Malleier vermittelte Nachlass des Vereins Wiener Settlement bewahrt.

  • Li Gerhalter und Christa Hämmerle (Hg.): Krieg - Politik - Schreiben. Tagebücher von Frauen (1918-1950) (L'Homme Schriften Band 21), Wien/Köln/Weimar (Böhlau) 2015.
  • Link zur Redaktionsbeschreibung

Mit Beiträgen von Christa Hämmerle, Li Gerhalter, Veronika Helfert, Ingrid Brommer und Christine Karner, Helen Steele, Benjamin Möckel, Ulrich Schwarz, Brigitte Semanek und Arno Dusini.

Im 20. Jahrhundert haben mehr Frauen als jemals zuvor ein Tagebuch geführt. Sie taten das vor dem Hintergrund politischer Umwälzungen und der Katastrophe zweier Weltkriege, die sie ihren Aufzeichnungen – ganz anders als es der gängige Topos der Privatheit nahelegt – in komplexer Weise eingeschrieben haben. Die Beiträge dieses Buches zeugen davon. Sie führen in die Forschungsdiskussion ein und verweisen auf die Hybridität und Vielfalt des Genres Tagebuch. Es diente der Buchführung wie dem Selbstgespräch und der Dokumentation von Alltag, der Erinnerung, dem Bezeugen von Leid und Verfolgung sowie einer steten Selbstkonstruktion. Untersucht werden Tagebücher bekannter wie unbekannter Frauen – von Rosa Mayreder über Elise Richter bis hin zu einer Müllerin namens Theresia Vogt.

Die Niederösterreicherin Barbara Baumgartner (geb. Teuschl, 1851-1944) hat das einzige von ihr vorliegende Tagebuch im Zeitraum von April 1870 bis Mai 1885 verfasst. Es ist eines der ältesten in der Sammlung Frauennachlässe archivierten Tagebücher. Nikola Langreiter hat es im Rahmen dieses Projekts ediert.

Barbara - genannt Wetti - Teuschl war in Krems aufgewachsen. Die Eltern führten hier Fuhrwerksunternehmen. Mit ihrem Ehemann eröffnete sie verschiedene Geschäfte und Fachhandlungen in Wien und Krems, die sie jedoch jeweils nach kurzer Zeit wieder schließen mussten.

Bestand in der Sammlung Frauennachlässe

  • Christa Hämmerle und Li Gerhalter (Hg.) unter der Mitarbeit von Ingrid Brommer und Christine Karner: Apokalyptische Jahre. Die Tagebücher der Therese Lindenberg 1938 bis 1946 (L'HOMME Archiv, Band 2), Köln/Weimar/Wien 2010.
  • Link zur Redaktionsbeschreibung

Die Wiener Musikerin und Schriftstellerin Therese Lindenberg (geb. Trestl, 1892-1980) hat eine Fülle von verschiedenen Texten verfasst. Als Schreibende entwarf sie sich und die Menschen, mit denen sie lebte, ständig neu und verarbeitete so ihr eng mit der krisenhaften Geschichte des 20. Jahrhunderts verknüpftes Leben.

Auch während des nationalsozialistischen Regimes, als sie und ihre jüdische Familie lebensbedrohender Verfolgung ausgesetzt waren, schrieb Lindenberg Tagebücher. Diese wurden nun zusammen mit einer von Therese Lindenberg in den 1970er Jahren unter dem Titel "Die apokalyptischen Jahre" bearbeiteten Fassung von Christa Hämmerle und Li Gerhalter unter der Mitarbeit von Ingrid Brommer und Christine Karner ediert.

Bestand in der Sammlung Frauennachlässe

  • Christa Hämmerle und Edith Saurer (Hg.): Briefkulturen und ihr Geschlecht. Zur Geschichte der privaten Korrespondenz vom 16. Jahrhundert bis heute (L'Homme Schriften Band 7), Wien/Köln/Weimar 2003.
  • Link zur Redaktionsbeschreibung

Mit Beiträgen von Christa Hämmerle, Edith Saurer,  Beatrix Bastl, Heinz Berger, Monika Bernold undJohanna Gehmacher, Rebecca Earle, Konstanze Fliedl und Karl Wagner, Marie-Claire Hoock-Demarle, Margaretta Jolly, Elisabeth Joris, Meinrad Pichler, Edith Saurer, Margit Sturm, Juliane Vogel, Birgit Wagner und Benjamin Ziemann.

Private Korrespondenzen stellen ein Textkorpus dar, das in einer Bewegung Schreibende und Lesende, soziale Netzwerke und gesellschaftliche Bedürfnisse vorstellt. Frauen waren große Briefschreiberinnen; die Frauengeschichte hat sich daher früh für diese Textgattung interessiert. Unter neueren kulturgeschichtlichen Fragestellungen tritt die Bedeutung des Textes und der Kommunikation in den Vordergrund, und damit auch das Spannungsverhältnis von Erfahrung und Diskurs, Normierung und Praxis des privaten Schreibens.
Der Sammelband ist interdisziplinär und in die folgenden vier Abschnitte gegliedert: Literatur und Autorschaft; Briefe im Alltag - Alltag in Briefen; Briefe zwischen Wanderungen, Emigration und Exil; Briefe im und vom Krieg.

  • Monika Bernold und Johanna Gehmacher (Hg.): Auto/Biographie und Frauenfrage. Tagebücher, Briefwechsel, Politische Schriften von Mathilde Hanzel-Hübner (1884-1970) (L'Homme Archiv Band 1), Wien/Köln/Weimar 2003.
  • Link zur Redaktionsbeschreibung

Mathilde Hanzel-Hübner (1884-1970) war Vizepräsidentin des "Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins" und die erste Frau in Österreich, die das Recht erkämpfte, als Gasthörerin an der Technischen Hochschule Wien zu studieren. In Auto/Biographie und Frauenfrage werden Selbstzeugnisse dieser Wiener Intellektuellen und Lehrerin von Monika Bernold und Johanna Gehmacher ediert und kommentiert. Die Autorinnen thematisieren in paradigmatischer Weise zentrale Geschlechterkonflikte des 20. Jahrhunderts und eröffnen neue Perspektiven auf die Geschichte der radikalen Frauenbewegung in Österreich.

Am Beispiel einer Frau der "zweiten Reihe" dokumentieren sie Kommunikationsformen und politische Strategien der historischen Frauenbewegung. Freundinnennetze und Liebesbeziehungen einer jungen, berufstätigen Frau vor dem Ersten Weltkrieg werden ebenso sichtbar wie die ambivalenten Stellungnahmen Mathilde Hanzel-Hübners zum Nationalsozialismus. Das Buch und die beigelegte CD-Rom bieten Texte und Kontexte, in denen die komplexen Zusammenhänge von Geschlechterpolitik und Biographie als Fragmente einer Auto/Biographie der Frauenfrage lesbar werden.

Bestand in der Sammlung Frauennachlässe

  • Bestandsbeschreibung vom Nachlass von Mathilde Hanzel-Hübner (SFN NL 1) im Onlinekatalog (Link)


Neues Logo der Sammlung Frauennachlässe 

Wir freuen uns, das neue Logo der Sammlung Frauennachlässe präsentieren zu können. Es wurde gestaltet von Gertrude Plöchl (Linz). Die Umsetzung war möglich durch eine finanzielle Spende von Mag.a Ursula Raschhofer (1971-2020, Altschwendt) an den Verein zur Förderung der Dokumentation von Frauennachlässen.


Nachruf auf Dr.in Traude Bollauf (1941-2020) 


Wir trauern um unsere Kollegin Dr.in Traude Bollauf (geb. Moik), die am 15. Oktober 2020 in Wien verstorben ist. Auf der Website der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung wurde ein ausführlicher Nachruf veröffentlicht (Link).

Traude Bollauf war der Sammlung Frauennachlässe in mehrerlei Hinsicht verbunden: Sie hat hier Recherchen für ihr erfolgreiches Buch "Dienstmädchen-Emigration. Die Flucht jüdischer Frauen aus Österreich und Deutschland nach England 1938/39" (Berlin u.a. 2010) durchgeführt und dabei u.a. mit dem Nachlass von Frances Nunnally (geb. 1923 als Franziska Hupptert) (Link) gearbeitet. Sie war zudem eine regelmäßige Besucherin unserer Veranstaltungen und hat schließlich auch den Nachlass ihrer Cousine Edith Lasar (1923-2012) (Link) an die Sammlung Frauennachlässe übergeben. Wir erinnern Traude Bollauf als kritische, feministische und herzliche Kollegin.


Forschungsliteratur

Neben Archivalien stellt die Sammlung Frauennachässe ihren Benützer:innen auch fachspezifische Literatur zu feministischer Auto/Biographieforschung zur Verfügung. Die Texte können vor Ort eingesehen und kopiert werden (Termine nach Vereinbarung).

Aktuell umfasst die Bibliothek insgesamt 1.944 selbständig oder nicht selbständig erschienene Titel. Themenschwerpunkte sind dabei Auto/Biographieforschung, Tagebuchforschung, Briefforschung, Feldpost und Paarkorrespondenzen sowie Fotografiegeschichte/-theorie. Die Forschungsliteratur wird erweitert um ausgewählte Editionen von Selbstzeugnissen von Frauen.

Die Zusammenstellung der Literaturlisten finden Sie hier ...